Erfahrungsberichte

Melanie P.* zu Sojaallergie bei Jugendlichen

"Kann meine Tochter nie wieder joggen gehen?"

Neulich war meine 16-jährige Tochter joggen und musste nach 25 Minuten abbrechen, da sie am ganzen Körper Quaddeln entwickelte, heiser wurde und schließlich über Atemnot klagte. Man hörte deutlich ein pfeifendes Atemgeräusch. Ein Notarzt musste ihr Kortison spitzen.
Sie geht regelmäßig joggen und so etwas ist ihr noch nie passiert. Das Einzige, was sie anders gemacht hatte, war, vorher einen Soja-Drink zu sich zu nehmen.
Wir waren dann beim Hausarzt und der hat Blut abgenommen. Erstaunlicherweise war der Allergietest auf Soja normal.
Sie ist seit dem Ereignis nicht mehr joggen gewesen - kann sie das jetzt nie wieder tun?

Wie mir geholfen wurde

Unser Hausarzt hat uns dann zum Allergologen geschickt. Der hat einen Haut-Test mit genau dem Soja-Drink durchgeführt, den meine Tochter vorher getrunken hatte und den ich ihm mitgebracht hatte - und dieser Test war positiv!
Seit meine Tochter jetzt diesen Soja-Drink und alle anderen Soja-haltigen Nahrungsmittel meidet, ist sie mehrfach joggen gewesen - genau wie früher und ohne Probleme!
Meine Tochter hat sich dann noch einmal mit dem Allergologen unterhalten und erfahren, dass eine längere körperliche Belastung ein bekannter Auslöser für schwere allergische Reaktionen bei einer bestehenden Allergie ist. Andere Auslöser sind Infektionserkrankungen, bestimmte Medikamente, Regelblutung oder Alkoholgenuss.
Außerdem lässt sie jetzt zwischen möglichen Auslösern und ihrem Joggen ein bis zwei Stunden Zeit vergehen - so braucht sie auch kein Notfall-Set mit sich herumzutragen und fühlt sich sicher.

"Gibt es ein Schmerzmittel, das ich vertragen kann?"

Ich muss an der Hüfte operiert werden und muss Schmerzmittel einnehmen. Ich habe jedoch schon mehrfach nach Einnahme von bestimmten Schmerzmitteln (Ibuprofen, Aspirin, Diclofenac) mit juckendem Hautausschlag und Gesichtsschwellungen

Hautausschlag und Gesichtsschwellungen

Die Symptome bei einer Arzneimittelunverträglichkeit können gering bis lebensbedrohlich ausgeprägt sein. Neben Hautreaktionen wie Quaddeln und Rötungen mit Juckreiz kann es auch zu Asthma oder Kreislaufreaktionen kommen. Bei einer schweren allergischen Reaktion spricht man auch von einer  Anapyhlaxie.
  reagiert. Ansonsten treten solche Episoden nicht auf. Ich hatte danach Angst und habe mich schließlich nicht mehr getraut irgendein Schmerzmittel zu nehmen, auch wenn ich Schmerzen hatte. Gibt es ein Schmerzmittel, das ich vertragen kann?

Wie mir geholfen wurde

Mein Hausarzt hat mich in die Klinik zu einer Allergieabteilung

Allergieabteilung

Die genaue Untersuchung, ob es sich tatsächlich um eine Arzneimittelunverträglichkeit handelt und was die Ursache ist, sollte von einem in der Allergologie erfahrenen Arzt oder besser noch in einer auf Allergien spezialisierten Klinik erfolgen. Achten Sie auch selbst als Betroffener darauf, dass die diagnostische Abklärung möglichst schnell, aber frühestens 6 Wochen nachdem Sie zum ersten Mal Beschwerden hatten, erfolgt – dies sollte möglichst nicht länger als 6 Monate zurückliegen. Suchen Sie einen Allergiearzt in Ihrer Nähe auf!
geschickt. Dort wurde ich stationär zur Testung

Testung

Um herauszufinden, ob tatsächlich eine Arzneimittelüberempfindlichkeit vorliegt und falls ja, gegen welche Medikamente, ist zunächst die Erhebung der Krankengeschichte sehr wichtig. Denn  damit kann sich der Arzt ein genaues Bild von den Vorerkrankungen, dem Verlauf der Beschwerden etc. machen. Bei der eigentlichen Testung auf Arzneimittelüberempfindlichkeit spielt der ansonsten in der Allergologie häufig eingesetzte Hauttest (die zu testende Probe wird auf bzw. in die Haut eingebracht) nicht die entscheidene Rolle. Die höchste Aussagekraft besitzt der Provokationstest. Gleichzeitig besteht dabei das Risiko, dass durch den Test eine anaphylaktische Reaktion ausgelöst wird. Daher sollte die Testung stationär erfolgen mit notfallmedizinisch erfahrenem Personal, das im Falle einer Reaktion sofort eingreifen kann. Bei diesem Test werden die gängigen Medikamente im Wechsel mit Scheinmedikamenten (Plazebos) getestet um unspezifische Reaktionen z. B. durch Angst ausgelöst, abzugrenzen.
aufgenommen. Der Hauttest auf Schmerzmittel war negativ. Man hat mir erklärt, dass der Hauttest auf Schmerzmittel nur begrenzt aussagekräftig ist und dass ich nun jeden Tag ein Arzneimittel oder ein Scheinmedikament bekommen würde, um zu prüfen, ob wirklich eine Überempfindlichkeit vorliegt und vor allem welches Medikament für Schmerzen nach einer Operation für mich geeignet ist.
Am dritten Tag der Testung

Testung

Um herauszufinden, ob tatsächlich eine Arzneimittelüberempfindlichkeit vorliegt und falls ja, gegen welche Medikamente, ist zunächst die Erhebung der Krankengeschichte sehr wichtig. Denn  damit kann sich der Arzt ein genaues Bild von den Vorerkrankungen, dem Verlauf der Beschwerden etc. machen. Bei der eigentlichen Testung auf Arzneimittelüberempfindlichkeit spielt der ansonsten in der Allergologie häufig eingesetzte Hauttest (die zu testende Probe wird auf bzw. in die Haut eingebracht) nicht die entscheidene Rolle. Die höchste Aussagekraft besitzt der Provokationstest. Gleichzeitig besteht dabei das Risiko, dass durch den Test eine anaphylaktische Reaktion ausgelöst wird. Daher sollte die Testung stationär erfolgen mit notfallmedizinisch erfahrenem Personal, das im Falle einer Reaktion sofort eingreifen kann. Bei diesem Test werden die gängigen Medikamente im Wechsel mit Scheinmedikamenten (Plazebos) getestet um unspezifische Reaktionen z. B. durch Angst ausgelöst, abzugrenzen.
reagierte ich wieder mit einem juckenden Hautausschlag und einer Gesichtsschwellung, die mit einem Antihistaminikum und einem gering dosierten Kortison behandelt wurden. Der Arzt hat mir dann erklärt, dass an diesem Tag Acetylsalicylsäure gegeben wurde und dass damit bei mir eine Überempfindlichkeit auf Acetylsalicylsäure-haltige Schmerzmittel bestätigt wurde. Ein Ausweichschmerzmittel, Paracetamol, wurde jedoch von mir vorher vertragen und dieses kann ich bei Schmerzen einnehmen. Ich bekam einen Allergieausweis

Allergieausweis

Wurde eine Arzneimittelunverträglichkeit festgestellt, ist die wichtigste „Behandlung“, das auslösende Medikament und eventuell chemische verwandte Stoffe (Risiko einer Kreuzallergie) strikt zu vermeiden. Das ist wichtig, denn wie stark eine allergische Reaktion ausfällt ist unberechenbar. So kann es bei einem Allergiker, der in der Vergangenheit vergleichsweise harmlose Reaktionen zeigte, nach einem erneuten Kontakt zu einer lebensbedrohlichen anaphylaktischen Reaktion kommen. Daher erhält jeder Allergiepatient einen Allergiepass, in dem vermerkt wird, auf was er allergisch reagiert. Außerdem wird darin auf mögliche Kreuz-Reaktionen hingewiesen und für ihn ungefährliche Ersatzpräparate aufgeführt. Diesen Pass muss der Patient immer bei sich tragen und sowohl bei jedem Arztbesuch als auch dem Apotheker vorzeigen.
ausgestellt, den ich vor jeder Medikamenteneinnahme dem behandelnden Arzt und dem Apotheker vorlege. Nun kann ich die Operation durchführen lassen und brauche keine Angst vor einer Reaktion

Angst vor einer Reaktion

Wurde eine Arzneimittelunverträglichkeit festgestellt, ist die wichtigste „Behandlung“, das auslösende Medikament und eventuell chemische verwandte Stoffe (Risiko einer Kreuzallergie) strikt zu vermeiden. Das ist wichtig, denn wie stark eine allergische Reaktion ausfällt ist unberechenbar. So kann es bei einem Allergiker, der in der Vergangenheit vergleichsweise harmlose Reaktionen zeigte, nach einem erneuten Kontakt zu einer lebensbedrohlichen anaphylaktischen Reaktion kommen. Daher erhält jeder Allergiepatient einen Allergiepass, in dem vermerkt wird, auf was er allergisch reagiert. Außerdem wird darin auf mögliche Kreuz-Reaktionen hingewiesen und für ihn ungefährliche Ersatzpräparate aufgeführt. Diesen Pass muss der Patient immer bei sich tragen und sowohl bei jedem Arztbesuch als auch dem Apotheker vorzeigen.
zu haben, wenn ich Schmerzmittel einnehme.
 
Weitere Informationen unter:
Hartmut K.* zu Anaphylaxie auf Säugetierfleisch

"Muss ich Vegetarier werden?"

Es war Anfang März vor nun 4 Jahren, als ich gegen Mitternacht mit Atemnot und Quaddeln am ganzen Körper aufgewacht bin. Nach dem Aufstehen bin ich vor meinem Bett ohnmächtig geworden. Ich habe mir sehr große Sorgen gemach, weil dies nun schon das fünfte nächtliche Ereignis dieser Art war. Es passiert mir immer in den Nächte nach Grillfeiern oder Festen, wo es Steak, Bratwurst und ein paar gemütlichen Bierchen gab.
So einen Hautausschlag hatte ich einmal auch nach dem Essen von sauren Nieren bekommen. Da kam der Ausschlag aber bereits nach ungefähr einer Stunde.
Zuletzt bin ich im Aufwachraum nach meiner Hüftoperation mit einem Hautausschlag mit Quaddeln aufgewacht. Während der Operation wurden zahlreiche Medikamente gegeben, aber auch eine Infusion mit Gelatine zum Ausgleich des Blutverlustes.
Warum passiert mal etwas beim Essen von Fleisch, aber meistens nicht? Wie hängt der Zwischenfall bei der Hüftoperation zusammen? Ich will nicht Vegetarier werden!

Wie mir geholfen wurde

Mein Hautarzt hat mich zur Allergiediagnostik in die Universitätsklinik überwiesen. Anfangs waren auch die Ärzte in der Uniklinik ratlos und fanden mit ihren Allergietests keine schlüssige Erklärung. Erst durch Hauttests mit frischem Fleisch und einem neuem Bluttest

Bluttest

Um herauszufinden, ob tatsächlich eine Allergie gegen ein bestimmtes Nahrungsmittel vorliegt,  ist zunächst die Erhebung der Krankengeschichte sehr wichtig, damit sich der Arzt ein genaues Bild von Vorerkrankungen, dem Verlauf der Beschwerden u. a, machen kann. Weiteren Aufschluss über die Allergieursache geben neben Hauttests (die zu testende Probe wird auf bzw. in die Haut eingebracht) auch Bluttests. Denn, ob bestimmte Nahrungsmittel als Allergieauslöser in Frage kommen, lässt sich durch Messung der IgE-Antikörper im Blut überprüfen. Dazu wird der betroffenen Person Blut abgenommen und im Labor untersucht, ob gegen ein bestimmtes Nahrungsmittel IgE-Antikörper vorhanden sind und in welcher Menge. Der Nachweis dieser Allergieantikörper allein reicht nicht aus um eine Allergie zu bestätigen, dies kann nur durch eindeutige Reaktion(en) in der Vergangenheit oder einen Provokationstest sicher bestimmt werden.
wurde herausgefunden, dass ich auf den Zucker "Galaktose-alpha, 1,3-Galaktose" (alpha-GAL) allergisch bin. Dummerweise findet sich dieser Zucker als Anhängsel an den Eiweißen aller Säugetiere. Nur wir Menschen und Menschenaffen haben dieses "Zuckerfähnchen" nicht. Daher ist es möglich, dass ich auf Säugetierfleisch allergisch reagieren kann. Bei dieser Allergie ist die Art des Tieres nicht entscheidend. Ob Rind, Schwein, Lamm, Ziege oder Wild - ich kann auf alle allergisch reagieren.
Es gibt aber Hinweise, dass die Empfindlichkeit der Betroffenen recht unterschiedlich sein kann. Um zu klären wie empfindlich ich auf Säugetierfleisch reagiere, wurde daher bei mir stationär eine so genannte Expositionstestung mit Schweinefleisch und Schweinenieren durchgeführt. Nach dem Essen von gebratener Schweineniere sind bei mir dann am ganzen Körper Quaddeln aufgetreten. Schweinefleisch habe ich dagegen gut vertragen. Erst als Schweinefleisch mit einem kleinen Bier und Fahrradfahren kombiniert wurde sind wieder Quaddeln aufgetreten.
Diese Expositionstestung war zwar zeitaufwendig und das Auftreten der allergischen Reaktion unangenehm. Die Testung

Testung

Um herauszufinden, ob tatsächlich eine Arzneimittelüberempfindlichkeit vorliegt und falls ja, gegen welche Medikamente, ist zunächst die Erhebung der Krankengeschichte sehr wichtig. Denn  damit kann sich der Arzt ein genaues Bild von den Vorerkrankungen, dem Verlauf der Beschwerden etc. machen. Bei der eigentlichen Testung auf Arzneimittelüberempfindlichkeit spielt der ansonsten in der Allergologie häufig eingesetzte Hauttest (die zu testende Probe wird auf bzw. in die Haut eingebracht) nicht die entscheidene Rolle. Die höchste Aussagekraft besitzt der Provokationstest. Gleichzeitig besteht dabei das Risiko, dass durch den Test eine anaphylaktische Reaktion ausgelöst wird. Daher sollte die Testung stationär erfolgen mit notfallmedizinisch erfahrenem Personal, das im Falle einer Reaktion sofort eingreifen kann. Bei diesem Test werden die gängigen Medikamente im Wechsel mit Scheinmedikamenten (Plazebos) getestet um unspezifische Reaktionen z. B. durch Angst ausgelöst, abzugrenzen.
hat sich aber für mich gelohnt, weil ich auf Fleisch nicht ganz verzichten will und mir nicht vorstellen konnte Vegetarier zu werden. Auf das Essen von Innereien wie "saure Nieren" muss ich verzichten - dies fällt mir nicht schwer. In kleineren Portionen und ohne gleichzeitiges Trinken von Alkohol, Einnahme von Schmerzmitteln oder körperlicher Anstrengung darf ich Schweinefleisch essen. Meine Frau achtet darauf, dass ich mich an diese Regeln halte. Seitdem habe ich nach dem Essen keine allergische Reaktion mehr gehabt.
Einmal jährlich gehe ich zu meinem Allergologen in der Uniklinik, um meine Allergie kontrollieren zu lassen und mich über neue Erkenntnisse über diese ungewöhnliche Nahrungsmittelallergie informieren zu lassen.
Felix H.`s* Mutter zu Kuhmilchallergie beim Kleinkind

"Kann ich mein Kind im Kindergarten alleine lassen?"

Unser Sohn leidet seit seinem 1. Lebensjahr an Neurodermitis, die wir mit Salben und Cremes ganz gut im Griff haben. Ich hatte ihn 12 Monate gestillt und auf die erste Gabe von Kuhmilch reagierte er mit Pusteln im Gesicht und Erbrechen. Unser Kinderarzt hat dann einen Hauttest durchgeführt und festgestellt, dass er auf Kuhmilch und Hühnerei allergisch ist. Wir haben seitdem auf die Gabe von Kuhmilch und Hühnerei verzichtet. Nun ist mein Sohn 3 Jahre alt und soll in 2 Monaten vormittags in den Kindergarten gehen. Ich mache mir große Sorgen.  

Wie uns geholfen wurde

Unser Kinderarzt hat nochmals einen Hauttest mit Kuhmilch und Hühnerei durchgeführt, der wieder ein positives Ergebnis zeigte. Er hat uns erklärt, dass im Alter von 3 Jahren die Wahrscheinlichkeit, die Allergie gegenüber Kuhmilch und Hühnereiweiß verloren zu haben, relativ groß ist. Deswegen hat er uns empfohlen in der Kinderklinik eine Nahrungsmittelprovokation mit Kuhmilch und Hühnerei durchführen zu lassen. Dort wurde zuerst Kuhmilch  in steigender Menge verabreicht. Darauf reagierte unser Sohn schon bei der 2. Gabe mit Bläschen um den Mund, einer Hautrötung und Erbrechen. Am 2. Tag wurde dann Hühnereiweiß gegeben, was er ohne Probleme vertrug.
Jetzt wissen wir, dass er auf Hühnerei nicht mehr verzichten muss, Kuhmilch allerdings noch gemieden werden muss. Wir haben dann zusammen mit unserem Kinderarzt mit den Erzieherinnen im Kindergarten gesprochen. Der Kinderarzt hat den Erzieherinnen erklärt, warum mein Sohn nur die Dinge essen darf, die ich ihm mitgebe habe. Außerdem hat er ihnen erklärt, wie sie sich im Notfall verhalten müssen. Jetzt habe ich keine Angst mehr davor, mein Kind in den Kindergarten zu schicken.
Paul Z.`s* Mutter zu Haselnussallergie

"Mein Kind bekommt Atemnot von Schokolade!"

Bei einem Osterbrunch mit der Familie passierte es: Mein 1 1/2 jähriger Sohn bekam von einer wohlmeinenden Tante ein Stück Nuss-Schokolade zugesteckt. Er begann rasch zu husten und wurde rot im Gesicht. Zuerst dachten wir, er hätte sich verschluckt. Dann schwoll die Lippe an und mein Sohn rasselte und pfiff mit jedem Atemzug.

Anaphylaxie-Symptome

Die Symptome bei einer Nahrungsmittelallergie können gering bis lebensbedrohlich ausgeprägt sein. Neben Hautreaktionen wie Quaddeln oder Rötungen mit Juckreiz kann es auch zu einem Asthmaanfall mit dem typischen Husten und Pfeifen beim Atmen bis hin zu Luftnot und Kreislaufschwäche kommen. Ausdruck der schwersten allergischen Reaktion ist eine Anapyhlaxie.
Ich dachte, er erstickt! Ein Notarzt kam und gab meinem Sohn etwas zum Inhalieren und eine Spritze. Es half sofort und meinem Sohn ging es rasch wieder besser. Bislang war mein Kind immer gesund bis auf rauhe Wangen im Gesicht als Baby. Er ist wohl Nuss-Schokoladen-allergisch! Süssigkeiten sind doch überall zu finden: auf jeder Feier, jedem Kindergeburtstag, im Kindergarten. Muss ich meinem Kind nun all das verwehren?

Wie uns geholfen wurde

Mein Kinderarzt, der auch Allergologe ist, meinte, er könne dem Problem mit einem Bluttest

Bluttest

Um herauszufinden, ob tatsächlich eine Allergie gegen ein bestimmtes Nahrungsmittel vorliegt,  ist zunächst die Erhebung der Krankengeschichte sehr wichtig, damit sich der Arzt ein genaues Bild von Vorerkrankungen, dem Verlauf der Beschwerden u. a, machen kann. Weiteren Aufschluss über die Allergieursache geben neben Hauttests (die zu testende Probe wird auf bzw. in die Haut eingebracht) auch Bluttests. Denn, ob bestimmte Nahrungsmittel als Allergieauslöser in Frage kommen, lässt sich durch Messung der IgE-Antikörper im Blut überprüfen. Dazu wird der betroffenen Person Blut abgenommen und im Labor untersucht, ob gegen ein bestimmtes Nahrungsmittel IgE-Antikörper vorhanden sind und in welcher Menge. Der Nachweis dieser Allergieantikörper allein reicht nicht aus um eine Allergie zu bestätigen, dies kann nur durch eindeutige Reaktion(en) in der Vergangenheit oder einen Provokationstest sicher bestimmt werden.
auf die Spur kommen. Er bat mich, die Verpackung der Schokolade zu besorgen. Außerdem fragte er mich genau, was mein Kind bereits an Nüssen gegessen hatte. Bis auf Mandeln wusste ich aber nichts sicher. Auf der Verpackung stand, dass Haselnuss in der Schokolade enthalten war und dass Spuren von Erdnuss darin gewesen sein könnten. Er machte einen Bluttest

Bluttest

Um herauszufinden, ob tatsächlich eine Allergie gegen ein bestimmtes Nahrungsmittel vorliegt,  ist zunächst die Erhebung der Krankengeschichte sehr wichtig, damit sich der Arzt ein genaues Bild von Vorerkrankungen, dem Verlauf der Beschwerden u. a, machen kann. Weiteren Aufschluss über die Allergieursache geben neben Hauttests (die zu testende Probe wird auf bzw. in die Haut eingebracht) auch Bluttests. Denn, ob bestimmte Nahrungsmittel als Allergieauslöser in Frage kommen, lässt sich durch Messung der IgE-Antikörper im Blut überprüfen. Dazu wird der betroffenen Person Blut abgenommen und im Labor untersucht, ob gegen ein bestimmtes Nahrungsmittel IgE-Antikörper vorhanden sind und in welcher Menge. Der Nachweis dieser Allergieantikörper allein reicht nicht aus um eine Allergie zu bestätigen, dies kann nur durch eindeutige Reaktion(en) in der Vergangenheit oder einen Provokationstest sicher bestimmt werden.
auf Haselnuss und Erdnuss. Dort zeigte sich, dass mein Sohn sehr viele Allergie-Antikörper gegen Haselnuss, nicht aber Erdnuss im Blut hat. Ein sogenannter Provokationstest

Provokationstest

Der orale Provokationstest gibt sicher Aufschluss darüber, welche Lebensmittelallergie voliegt. Dabei werden dem Kind kleinste, in bestimmten Zeitabständen gesteigerte Mengen des allergieauslösenden Lebensmittels verabreicht. Je nach Eindeutigkeit der Reaktion entscheidet der Arzt, ob der Test abgebrochen oder ob die Menge weiter gesteigert wird. Gleichzeitig besteht dabei das Risiko, dass durch diesen Test eine anaphylaktische Reaktion ausgelöst wird. Daher sollte der Provokationstest stationär erfolgen mit notfallmedizinisch erfahrenem Personal, das im Falle einer Reaktion sofort eingreifen kann.

bestätigte, dass mein Sohn eine Haselnussallergie hat.
Der Kinderarzt verschrieb mir Notfallmedikamente

Notfallmedikamente

Für den Fall einer anaphylaktischen Reaktion sollte ein Notfall-Set mit einem Adrenalin-Autoinjektor, einem Antihistaminikum und Kortisonpräaparat immer zur Hand sein.

bestehend aus einem Zäpfchen, Tropfen und einer Adrenalin-Spritze. Wie ich alles verwenden muss, steht in einem Anaphylaxiepass

Anaphylaxie-Pass

Wurde eine Lebenmittelallergie festgestellt, ist die wichtigste „Behandlung“, den Allergieauslöser (z. B. Haselnüsse) strikt zu meiden. Das ist wichtig, denn wie stark eine allergische Reaktion ausfällt ist unberechenbar. So kann es bei einem Allergiker, der in der Vergangenheit vergleichsweise harmlose Reaktionen hatte, nach einem erneuten Kontakt durchaus auch eine lebensbedrohlichen anaphylaktischen Reaktion auftreten. Daher sollte jeder Nahrungsmittelallergiker einen sogenannten Anaphylaxie-Pass erhalten, in dem vermerkt wird, auf was sie oder er allergisch reagiert. Zudem finden sich Hinweise wie eine beginnende bzw eine schwere anaphylaktische Reaktion erkannt wird und  was im Notfall zu tun ist. Den Pass sollten Anaphylaxiegefährdete Personen immer bei sich tragen und die Notfall-Medikamente sollten immer bereit stehen.
. Zusätzlich wies er mich auf die AGATE-Schulung hin. Dort lernte ich, wie ich eine allergische Reaktion erkenne und wie ich sie behandeln kann. Wir hörten, in welchen Lebensmitteln Haselnüsse zu finden sein können und dass auch Spuren davon gefährlich sein können. Besonders gut tat mir, dass ich mich mit anderen Eltern, die auch allergische Kinder haben, austauschen konnte. Einen Schreck bekam ich direkt bei der nächsten Familienfeier: ein Neffe gab meinem Kind ein Brot mit Nutella, weil er sagte, er sei auch gegen Haselnüsse allergisch, könne aber Nutella essen. Gott sei Dank hat mich mein Kind zuerst gefragt, ob es das Brot essen darf. Ich habe meinen Sohn dafür gelobt und meinem Neffen erklärt, dass es einen Unterschied gibt zwischen kleinen Kindern mit Haselnuss¬allergie und Jugendlichen und Erwachsenen, die eine Pollenallergie haben und dann irgendwann nussallergisch werden wegen einer Kreuzallergie, denn das hatte ich bei der AGATE-Schulung gelernt.
 
Weitere Informationen unter:
Robert S.* zu Anaphylaxie auf Meeresfrüchte

"Müssen auch Fische gemieden werden?"

Nachdem ich ein Jakobsmuschelcarpaccio gegessen habe, ist mir übel geworden und ich musste erbrechen. Seither habe ich Krusten- und Schalentiere gemieden und keine Reaktion mehr gehabt. Zwei Jahre nach diesem Ereignis kam es erneut zum Auftreten von Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, nachdem ich frischen Wildlachs aus Island verzehrt hatte. Gleichzeitig hatte ich ein Glas Weißwein getrunken.
Weitere Reaktionen traten noch zwei Mal auf: einmal nachdem ich von einem Buffet gegessen hatte - ich kann mich nicht genau erinnern - aber auf alle Fälle war auch wieder Lachs dabei. Meine letzte Reaktion an Weihnachten war dann richtig schwerwiegend. Hier hatte ich eine Fischsuppe zu mir genommen.
Diesmal war die Reaktion lebensbedrohlich. Mir war nicht nur übel und ich musste erbrechen, sondern mein gesamter Körper war gerötet und pustelig, juckte extrem und ich wurde ohnmächtig.
Ich weiß, dass ich wahrscheinlich auf Krusten- und Schalentiere reagiere, muss ich denn aber tatsächlich jeglichen Fisch meiden?

Wie mir geholfen wurde

Mein Hausarzt hat mich zur Allergiediagnostik in die Universitätsklinik überwiesen. Dort wurde ein Haut- und Bluttest

Bluttest

Um herauszufinden, ob tatsächlich eine Allergie gegen ein bestimmtes Nahrungsmittel vorliegt,  ist zunächst die Erhebung der Krankengeschichte sehr wichtig, damit sich der Arzt ein genaues Bild von Vorerkrankungen, dem Verlauf der Beschwerden u. a, machen kann. Weiteren Aufschluss über die Allergieursache geben neben Hauttests (die zu testende Probe wird auf bzw. in die Haut eingebracht) auch Bluttests. Denn, ob bestimmte Nahrungsmittel als Allergieauslöser in Frage kommen, lässt sich durch Messung der IgE-Antikörper im Blut überprüfen. Dazu wird der betroffenen Person Blut abgenommen und im Labor untersucht, ob gegen ein bestimmtes Nahrungsmittel IgE-Antikörper vorhanden sind und in welcher Menge. Der Nachweis dieser Allergieantikörper allein reicht nicht aus um eine Allergie zu bestätigen, dies kann nur durch eindeutige Reaktion(en) in der Vergangenheit oder einen Provokationstest sicher bestimmt werden.
durchgeführt, bei dem ich tatsächlich auf die Schalentiere reagiert habe, jedoch nicht auf Fisch. Um auszuschließen, dass ich Lachs nicht vertrage, wurde bei mir stationär eine Provokationstestung durchgeführt. Hier habe ich am ersten Tag Lachs, zunächst in kleinen Mengen, dann in üblicher Portion in gegarter Form zu mir genommen, anschließend wurde das ganze noch mit Alkohol kombiniert. Glücklicherweise habe ich bei der Provokationstestung, vor der ich auch große Angst hatte, nicht reagiert. Durch eine ausführliche Ernährungsberatung habe ich genauer gelernt, was ich im Alltag vermeiden muss und was ich jedoch ohne Probleme genießen kann. Das Problem bei Lachs ist, dass die Zuchtfische mit Schalentieren gefüttert werden und deshalb bei mir eine Reaktion auslösen. Wildlachs hingegen kann ich beruhigt verzehren.
Außerdem ist mir eine Anaphylaxie-Schulung angeboten worden. Hier habe ich gelernt mit meinem Notfallset

Notfallset

Für den Fall einer anaphylaktischen Reaktion sollte ein Notfallset mit einem Adrenalin-Autoinjektor, einem Antihistaminikum und Kortisonmedikament zum einnehmen  immer zur Hand sein.
umzugehen und auch keine Angst davor zu haben, es frühzeitig einzusetzen. Das hat mir sehr geholfen, mit meiner Angst im Alltag umzugehen. Auch die Ernährungsschulung und vor allem die zahlreichen Informationen, wie man Krustentiere im Alltag gut meiden kann, hat mich wieder selbstsicher werden lassen.
Ich habe seither keine schwere allergische Reaktion mehr gehabt und fühle mich im Alltag mittlerweile so sicher, dass ich mich auch wieder traue in ein Restaurant zu gehen.

"Was mache ich im Notfall?"

Wegen meines massiven Heuschnupfens auf Birkenpollen mit starker Atemnot im Frühjahr begab ich mich in die Behandlung eines Allergologen. Mein Asthma war damals schrecklich. Ich war im Frühjahr kaum noch arbeitsfähig und an Sport im Freien, Spaziergänge und andere Freizeitaktivitäten war überhaupt nicht zu denken. Von einer Hyposensibilisierung

Hyposensibilisierung

Diese langfristige Behandlungsmetode kann bei bestimmten Allergien eingesetzt werden, um der überschießenden Immunreaktion entgegenzuwirken. Ein Allergenextrakt wird dem Patienten über einen Zeitraum bis zu einigen Jahren vom Arzt in das Oberarmfettgewebe gespritzt. Dabei wird die Allergendosis in den ersten Wochen stetig erhöht. So gewöhnt sich das Immunsystem an das Allergen und die überschießende Reaktion des Körpers nach Allergenkontakt lässt nach.
sbehandlung hatte ich bereits von Freunden gehört und auch mein Allergologe hielt es für eine gute Sache. Die ersten fünf Spritzen in wöchentlichen Abständen habe ich gut vertragen. Nach der sechsten Spritze ging zunächst auch alles gut. Etwa drei Stunden nach Verlassen der Praxis bekam ich dann plötzlich meine gewohnten Asthmabeschwerden. Ich nahm mein Inhalationsmittel wie immer. Danach hörte es jedoch nicht auf. Meine Fußsohlen begannen zu kribbeln und mir wurde ganz schwindelig und mein Puls begann zu rasen. Zwischendurch wurde mir schwarz vor Augen und ich musste mich hinsetzen.

Wie mir geholfen wurde

Zum Glück hatte mich mein Allergologe auf diese Situation vorbereitet. Ich hatte ein Notfallset

Notfallset

Für den Fall einer anaphylaktischen Reaktion sollte ein Notfallset mit einem Adrenalin-Autoinjektor, einem Antihistaminikum und Kortisonmedikament zum einnehmen  immer zur Hand sein.
für diesen Fall erhalten und wusste, wie ich die Spritze in meinen Oberschenkel setzen musste. Erst kostete es etwas Überwindung, eigentlich war es aber ganz einfach. Schmerzen habe ich in der Aufregung sowieso nicht gespürt. Dann habe ich noch die zwei Medikamentenfläschchen getrunken, die auch in dem Set enthalten waren. Nach zehn Minuten ging es mir dann wesentlich besser und mein Puls beruhigte sich. In der Zwischenzeit hatte ich dann die Notfallnummer angerufen, die ich erhalten hatte. Mein Allergologe riet mir, noch eine Nacht zur Überwachung ins Krankenhaus zu gehen. Der Notarzt war überrascht, wie gut es mir schon wieder ging. Die Hyposensibilisierung

Hyposensibilisierung

Diese langfristige Behandlungsmetode kann bei bestimmten Allergien eingesetzt werden, um der überschießenden Immunreaktion entgegenzuwirken. Ein Allergenextrakt wird dem Patienten über einen Zeitraum bis zu einigen Jahren vom Arzt in das Oberarmfettgewebe gespritzt. Dabei wird die Allergendosis in den ersten Wochen stetig erhöht. So gewöhnt sich das Immunsystem an das Allergen und die überschießende Reaktion des Körpers nach Allergenkontakt lässt nach.
habe ich dann später nach ausführlicher Abwägung mit meinem Allergologen in geringerer Menge und mit einigen Zusatzterminen fortgeführt. Heute kann ich auch zur Birkenblütenzeit im Feld joggen und habe auf der Arbeit kaum noch gefehlt. Die Heuschnupfenmedikamente brauche ich nur noch selten.
Uwe M.* zu Weizenmehlallergie

"Kann ich noch Kuchen vom Bäcker essen?"

Ich bin selbständiger Handwerkmeister und arbeite hart in unserer ländlichen Region. Regelmäßiges Essen ist wochentags kaum möglich. So hole ich mir ab und an zum Frühstück Kuchen vom Bäcker. Vor 12 Monaten ist es zum ersten Mal passiert, dass ich einen Kuchen, der mit Schokoladenglasur überzogen war, aß und etwa zwei Minuten später Unwohlsein verspürte. Es dauerte wohl kaum eine Minuten länger und ich wurde bewusstlos. Etwa sechs Monate später passierte das Gleiche an einem Nachmittag nachdem ich ein Körnerbrötchen gegessen hatte.

Wie mir geholfen wurde

In einer Spezialpraxis für Allergologie wurden umfangreiche Testung

Testung

Um herauszufinden, ob tatsächlich eine Arzneimittelüberempfindlichkeit vorliegt und falls ja, gegen welche Medikamente, ist zunächst die Erhebung der Krankengeschichte sehr wichtig. Denn  damit kann sich der Arzt ein genaues Bild von den Vorerkrankungen, dem Verlauf der Beschwerden etc. machen. Bei der eigentlichen Testung auf Arzneimittelüberempfindlichkeit spielt der ansonsten in der Allergologie häufig eingesetzte Hauttest (die zu testende Probe wird auf bzw. in die Haut eingebracht) nicht die entscheidene Rolle. Die höchste Aussagekraft besitzt der Provokationstest. Gleichzeitig besteht dabei das Risiko, dass durch den Test eine anaphylaktische Reaktion ausgelöst wird. Daher sollte die Testung stationär erfolgen mit notfallmedizinisch erfahrenem Personal, das im Falle einer Reaktion sofort eingreifen kann. Bei diesem Test werden die gängigen Medikamente im Wechsel mit Scheinmedikamenten (Plazebos) getestet um unspezifische Reaktionen z. B. durch Angst ausgelöst, abzugrenzen.
en an der Haut und im Blut durchgeführt. Eine vermutete Nuss-, Milch-, Eiallergie oder auch Nahrungsmittelzusatzstoffunverträglichkeit konnte nicht nachgewiesen werden. Für letzteres war ich sogar an der Universitätshautklinik einige Tage zur stationären Diagnostik. Schließlich wurden doch Antikörper gegen ein bestimmtes Eiweiß des Weizenmehles bei mir festgestellt (Omega-5-Gliadin), die eine Allergie auslösen können. Bekannt ist, dass diese Antikörper insbesondere in Verbindung mit körperlicher Anstrengung zu Problemen führen. Ich bin auf jeden Fall froh, dass die Ursache meiner schweren anaphylaktischen Reaktionen gefunden wurde, meide nun Weizenmehl und habe immer einen Adrenalin-Spritze bei mir, falls es doch zu einer erneuten Anaphylaxie kommen kann. Das gibt mir Sicherheit im Alltag.

Anna-Lisa K.`s* Mutter zu Medikamentenallergie beim Kleinkind

"Welche Antibiotika kann mein Kind gefahrlos einnehmen?"

Unsere Tochter ist fünf Jahre alt und hat bisher keine Vorerkrankungen, insbesondere kein Asthma und keine Allergien. Als sie nun wegen einer Halsentzündung mit Fieber bis 39°C eine antibiotische Therapie mit Penicillin verordnet bekam, reagierte sie nach der zweiten Einnahme des Penicillin-Saftes sehr dramatisch. Sie klagte wenige Minuten danach über Brennen im Hals und fing an, ohne Pause zu husten und nach Luft zu schnappen. Diese Situation war so dramatisch, dass wir den Notarzt riefen, der sie inhalieren ließ, ihr sofort eine Infusion legte und ihr mehrere Medikamente spritzte. Unsere Tochter wurde auf die Intensivstation der Kinderklinik verlegt. Zum Glück hat sich dort ihr Zustand rasch gebessert. Nach drei Tagen konnte sie wieder nach Hause entlassen werden. Wir sind seither sehr besorgt, wenn unsere Tochter Medikamente benötigt.

Wie uns geholfen wurde

Unser Kinderarzt hat uns erklärt, dass es auch bei Kindern bereits Allergien gegen Medikamente geben kann und dabei am häufigsten Reaktionen gegen Antibiotika beobachtet werden. Er hat uns empfohlen, die Medikamentenallergie mit einem Haut-Test und einer Blutuntersuchung sorgfältig austesten zu lassen. Jetzt wissen wir, dass bei unserer Tochter im Hauttest und im Blut eine Penicillin-Allergie nachgewiesen wurde. In der Kinderklinik haben wir danach bei unserer Tochter austesten lassen, welche Ersatz-Antibiotika von ihr vertragen werden. Wir wissen jetzt, welche Medikamente wir zu Hause sicher einsetzen können und welche wir vermeiden müssen. Unser Kinderarzt hat uns einen Notfallausweis ausgestellt, der Auskunft über ihre Penicillin-Allergie gibt. Außerdem wird dort erklärt, wie man sich im Notfall verhalten muss.

"Ein Stich, der Schmerz, dann schwelle ich an und kippe um. Was kann ich tun?"

Wie mir geholfen wurde

Mein Hausarzt verschrieb mir ein Notfallset

Notfallset

Für den Fall einer anaphylaktischen Reaktion sollte ein Notfallset mit einem Adrenalin-Autoinjektor, einem Antihistaminikum und Kortisonmedikament zum einnehmen  immer zur Hand sein.
zur Soforthilfe mit Medikamenten und einer Adrenalinspritze und zeigte mir, wann und wie ich die Medikamente bei einem erneutem Stich anwenden soll. Auch gab er mir eine Überweisung  zu einer Allergieabteilung

Allergieabteilung

Die genaue Untersuchung, ob es sich tatsächlich um eine Arzneimittelunverträglichkeit handelt und was die Ursache ist, sollte von einem in der Allergologie erfahrenen Arzt oder besser noch in einer auf Allergien spezialisierten Klinik erfolgen. Achten Sie auch selbst als Betroffener darauf, dass die diagnostische Abklärung möglichst schnell, aber frühestens 6 Wochen nachdem Sie zum ersten Mal Beschwerden hatten, erfolgt – dies sollte möglichst nicht länger als 6 Monate zurückliegen. Suchen Sie einen Allergiearzt in Ihrer Nähe auf!
. Dort wurden ambulant eine Blutentnahme und eine Hauttestung

Testung

Bei Verdacht auf eine Insektengiftallergie bestimmt der Arzt den Allergieauslöser durch ein ausführliches Gespräch (Anamnese) und mithilfe eines Haut- und Bluttests. Hierfür wird das Insektengift auf bzw. in die Haut eingebracht und die Reaktion nach 15 Minuten abgelesen. Wenn sich an der Einstichstelle eine Quaddel bildet, die grösser als 3 mm ist, ist der Test positiv. Der Test erfolgt unter ärztlicher Aufsicht, damit im Falle einer allergischen Reaktion sofort medizinisch eingegriffen werden kann. Mit dem Labortest wird überprüft, ob im Körper Allergieantikörper (IgE) vorliegen. Die Antikörper gegen die verschiedenen Insektengifte unterscheiden sich und erlauben dadurch eine genaue Bestimmung der Insektengiftallergie.
durchgeführt, die meine Bienengiftallergie bestätigten. Dann wurde ich dort stationär für mehrere Tage zur Einleitung einer Hyposensibilisierung

Hyposensibilisierung

Diese langfristige Behandlungsmetode kann bei bestimmten Allergien eingesetzt werden, um der überschießenden Immunreaktion entgegenzuwirken. Ein Allergenextrakt wird dem Patienten über einen Zeitraum bis zu einigen Jahren vom Arzt in das Oberarmfettgewebe gespritzt. Dabei wird die Allergendosis in den ersten Wochen stetig erhöht. So gewöhnt sich das Immunsystem an das Allergen und die überschießende Reaktion des Körpers nach Allergenkontakt lässt nach.
(„spezifischen Immuntherapie mit Bienengift“) aufgenommen. Dadurch wurde mein Körper unempfindlicher gegen Bienenstiche gemacht. Am Ende wurde mir gesagt, dass ich nun das Bienengift von mehreren Stichen vertragen könnte. Die Behandlung muss ich nun insgesamt 5 Jahre weiterführen, um den Schutz vor der Allergie aufrechtzuerhalten.
 
 
 
Weitere Informationen unter:
Lena E.`s* Mutter zu Erdnussallergie beim Kleinkind

"Es war doch nur ein Erdnussflip"

Letzten Monat war es passiert: Meine 1-jährige Tochter hatte einen Erdnussflip aus der Schale, die noch auf dem Wohnzimmertisch stand, stibitzt und in den Mund gesteckt. Sie hat den Erdnussflip sofort wieder ausgespuckt, angefangen zu weinen und ihren Mund gerieben. Ich wusste gar nicht, was los war. Kurz darauf schwollen ihre Lippen an und sie begann zu husten. Es waren auch ein paar „Pusteln“ am Hals entstanden. Das kannte ich so gar nicht von ihr. Es war doch nur ein Erdnussflip, den sie sich in den Mund gesteckt hat. Ich habe sie mit einem Waschlappen mit kaltem Wasser abgewaschen und versucht, sie zu beruhigen. Es wurde überhaupt nicht besser und nach einer halben Stunde habe ich den Notarzt gerufen. Als er endlich da war, hatte sie sich langsam beruhigt und die Schwellung und „Pusteln“ waren fast weg. Ich bin dann noch am gleichen Tag zu unserem Kinderarzt, der meine Tochter auch ganz gut kennt, da sie schon immer Probleme mit trockener Haut und Ekzemen hatte.

Wie uns geholfen wurde

Mein Kinderarzt hat dann einen Bluttest

Bluttest

Um herauszufinden, ob tatsächlich eine Allergie gegen ein bestimmtes Nahrungsmittel vorliegt,  ist zunächst die Erhebung der Krankengeschichte sehr wichtig, damit sich der Arzt ein genaues Bild von Vorerkrankungen, dem Verlauf der Beschwerden u. a, machen kann. Weiteren Aufschluss über die Allergieursache geben neben Hauttests (die zu testende Probe wird auf bzw. in die Haut eingebracht) auch Bluttests. Denn, ob bestimmte Nahrungsmittel als Allergieauslöser in Frage kommen, lässt sich durch Messung der IgE-Antikörper im Blut überprüfen. Dazu wird der betroffenen Person Blut abgenommen und im Labor untersucht, ob gegen ein bestimmtes Nahrungsmittel IgE-Antikörper vorhanden sind und in welcher Menge. Der Nachweis dieser Allergieantikörper allein reicht nicht aus um eine Allergie zu bestätigen, dies kann nur durch eindeutige Reaktion(en) in der Vergangenheit oder einen Provokationstest sicher bestimmt werden.
auf Erdnussallergie gemacht. Er konnte nachweisen, dass meine Tochter Allergieantikörper gegen Erdnuss hat. Da sie bis dahin noch nie Erdnüsse gegessen hatte, ging er davon aus, dass sie eine Erdnussallergie hat und überwies uns an eine Spezialambulanz. Dort wurde mir alles genau erklärt und auch Notfallmedikamente

Notfallmedikamente

Für den Fall einer anaphylaktischen Reaktion sollte ein Notfall-Set mit einem Adrenalin-Autoinjektor, einem Antihistaminikum und Kortisonpräaparat immer zur Hand sein.

, bestehend aus einem Adrenalin-Pen, Tropfen und einem Zäpfchen, verordnet. Ich habe einen Anaphylaxie-Pass erhalten, in dem steht, wie ich alles verwenden muss, sollte meine Tochter noch einmal aus Versehen Erdnüsse essen und wieder eine Reaktion bekommen. Außerdem habe ich mich von einer Diätassistentin beraten lassen. Sie hat mir genau erklärt, worauf ich achten muss, damit das nicht wieder passiert. Zusätzlich wurde mir Informationsmaterial über eine Schulung für Eltern mitgegeben, bei der ich den Umgang mit der Erdnussallergie meiner Tochter noch besser lernen kann. Auch mein Mann kann an dieser AGATE-Schulung (ArbeitsGemeinschaft Anaphylaxie – Training und Edukation, www.anaphylaxieschulung.de) teilnehmen. Wenn meine Tochter in den Kindergarten kommt wurde mir empfohlen, auch die Kindergärtnerinnen über die Schulungsangebote zu informieren.
Sarah R.* zu Systemische Mastozytose

"Muss ich meinen Beruf im Bäckerladen aufgeben?"

Ich bin als Verkäuferin beim Bäcker angestellt.  Seit 3 Jahren habe ich nach Wespenstichen innerhalb von 1-2 Minuten Hautausschlag, Gesichtsschwellungen, Atemnot und kurze Bewusstlosigkeit bis zum Eintreffen des gerufenen Rettungsdienstes. Seitdem habe ich große Angst vor Insektenstichen.

Wie mir geholfen wurde

Durch die allergologischen Untersuchungen in einer Spezialpraxis wie Hauttestungen und Blutuntersuchung konnte keine echte Allergie gegen Wespengift nachgewiesen werden. Aber es wurde die Vermehrung von Histamin-haltigen Mastzellen in meinem Körper in verschiedenen Organen, auch im Knochenmark gefunden. Die Diagnose heißt Systemische Mastozytose. Mastzellen, das sind Immunzellen, die u.a. die Körpersubstanz Histamin freisetzen und damit zu einer allergischen Reaktion beitragen können.
Die Ärzte haben mir die regelmäßige Einnahme eines Antihistaminikums, eines Medikaments, das die Histamin-Wirkung blockiert, empfohlen. Außerdem wurde ich mit einem Notfallset

Notfallset

Für den Fall einer anaphylaktischen Reaktion sollte ein Notfallset mit einem Adrenalin-Autoinjektor, einem Antihistaminikum und Kortisonmedikament zum einnehmen  immer zur Hand sein.
zur Soforthilfe mit Medikamenten und einer Adrenalinspritze ausgerüstet und mir wurde gezeigt, wie ich es anwenden soll. Nun gehe ich halbjährlich zur Kontrolluntersuchung beim Allergologen. Das gibt mir Sicherheit. In unserer Region gibt es für mich keinen anderen Arbeitsplatz. Meine Familie ist jedoch auf mein Einkommen angewiesen. In der Bäckerei kann ich, so oft es im Betrieb möglich ist, an einem anderen Arbeitsplatz als im Verkauf arbeiten.
* Erfahrungsberichte basieren auf tatsächlichen Ereignissen. Personen und Namen wurden verändert.